Bråttom – Motala, 94 km
Als ich heute morgen aus dem Zelt schaue, liegt der Kanal zum Greifen nahe.

Es fällt schwer, von diesem schönen Ort wegzufahren. Als Trost fliegt kurz nach unserer Abfahrt ein Reiher über das spiegelglatte Wasser und ein Otter schwimmt aufgeregt ans andere Ufer. Begegnungen mit Tieren finden wir immer wunderbar. Heute fliegt auch einmal ein Buntspecht lange vor uns her. Zum Beobachten kommt mir meine Veloposition wieder sehr zugute.
Wir fahren gemütlich auf den alten Treidelpfaden, immer flaches Terrain ist auch mal schön! Der Kanal wurde vor rund 200 Jahren von 60000 Arbeitern von Hand gegraben, um Schwedens Ost- und Westküste zu verbinden.

Er führt auch durch mehrere Seen, was uns morgen zum Problem werden wird und auch heute müssen wir die Seen umfahren. Neue Pflanzen tauchen auf, heute sichten wir überall wilde Rosen.

Als ich in eine Kirche gehe, bestätigt sich, was wir erleben. Schweden funktioniert praktisch bargeldlos, an jeder Kirchenbank ist der QR Code für eine elektronische Kollekte.

Wir selber haben Bargeld bis jetzt nur an kleinen Strassenständen oder als Trinkgeld gebraucht.
An den Schleusen und Drehbrücken ist viel los, man trifft sich in den gemütlichen Cafés und schaut den Schiffen zu.


Sonst ist es am Kanal eher einsam und nicht sehr abwechslungsreich. Das Tempo der Schiffe ist auf 5 Knoten beschränkt, d.h. Schiffe, die mit uns gestartet sind, kommen mit uns an, obwohl wir Zmittag- und Glacepause gemacht haben.

Am Abend sitzen wir zufrieden bei lokalem Bier, der schwedischsten aller Limonaden und den typischen Crevettensandwiches im Hafen von Motala am Vätternsee und die Möven kreischen wie am Meer.


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