Vassbacken – Hällekis, 79 km
Die Westküste ist unser Zwischenziel. Am Morgen gehts ein letztes Mal gemütlich dem Kanal entlang.
Daran werden wir uns noch zurück sehnen. Mit der kleinsten handbetriebenen Fähre Schwedens queren wir den Kanal ein letztes Mal.

In einem Café machen wir nicht Kassensturz, sondern Kilometersturz. Hannes hat mit 60 durchschnittlichen Tageskilometern inkl. Ruhetagen gerechnet. Unser aktueller Schnitt liegt bei 59,8km. Besser kann man nicht planen.

Beruhigt fahren wir weiter, während der Wind zunimmt. Von der heutigen Fahrt werden mir Bilder in Erinnerung bleiben, die man nicht fotografieren kann. Das Getreidefeld, das ganz blau leuchtet, weil sich tausend Kornblumen über die Ähren erheben, Moos am Waldboden, das von der Sonne angestrahlt wird, schwedische Riesenkraniche, die durch Weizenfelden laufen, von weitem sehen sie gross wie Emus aus.

Und vom Nachmittag werden Gefühle bleiben wie Groll auf den Wind, Ärger über holprige Wege und das Spüren der eigenen Grenzen.
Am Abend kommen wir recht müde am Camping Kinnekulle am Vänersee an. Der See ist riesig, man fühlt sich wie am Meer.

Weil wir in den letzten Tagen einige Male gefragt wurden, wie es uns gehe und was man zwischen den Blogzeilen lesen müsse, hier die Antwort, die auch bei uns für spannenden Gesprächsstoff gesorgt hat.
Es geht uns gut, oft sehr gut. Wir sind dankbar, dass unsere Körper so gut mitmachen. Unsere Tage erleben wir als prall gefüllt, oft anstrengend und herausfordernd. Das haben wir gewusst und bewusst so gewählt. Manchmal würden wir gerne die wunderbaren Momente bewusster im Hier und Jetzt geniessen können, nicht nur in der Rückschau. Daran arbeiten wir zur Zeit und machen einander darauf aufmerksam.
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