Die Schären – wenn Land auf Wasser trifft und Liebe entsteht.
So steht es im Reiseführer und heute machen wir eine lange Fährenfahrt zur Schäreninsel Käringön und erleben unterwegs ganz nahe diese Liebe.
Der Wind pfeift uns unbarmherzig stark um die Ohren und entsprechend rauh und aufgewühlt ist die See. Die Fähre stampft durch die Wellen und wir erleben die kargen Inseln vom Oberdeck aus.

Ich muss dabei viel an die Inselwelt im ehemaligen Jugoslawien, wo ich so viele Sommer mit meinen Eltern gesegelt bin, denken.
Auf der autofreien Insel angekommen, brauchen wir zuerst etwas Windstille und das geht nur in einem Restaurant. So trinken wir Kaffee mit Sicht auf die Hafenfigur.

Wir schlendern durch das hübsche Dorf, die Häuser sind deutlich grösser wie gestern, aber nie protzig.


Die Felsen reichen bis ins Dorf, die Häuser stehen darauf. Das gefällt uns sehr, hätte auch gerne einen grossen, flachen Felsen im Garten oder vor der Haustüre.

Schnell lassen wir die Häuser hinter uns und sind nur noch auf den Felsen und an der Küste. Es blässt immer noch so stark, wir können uns richtig gegen den Wind lehnen ohne umzufallen. Der Wind ist sehr anstrengend und ermüdend. Dafür peitscht er tolle Wellen an die zerklüftete Küste. Immer wieder setzen wir uns hin und beobachten diesen gierigen Organismus, der sich auf die Küste wirft, sich wieder zurück zieht, um mit noch mehr Kraft wieder zu kommen. Flut und Wind bieten uns ein tolles Spektakel.



Auch die glatten Felsen haben es uns angetan; wunderschön um darauf zu laufen und zu sitzen. Wenn sie vom Wasser über Jahre glatt geschliffen wurden, erinnern sie mich an Walrücken.

Wieder brauchen wir eine windfreie Zeit und bekommen eines der kleinen Tischli in der Crêperie. Das Essen ist eher stressig, weil die grossen Möven von allen Seiten Angriffe auf die feinen Galette fliegen. Also schnell essen und den eigenen Teller immer zudecken. Noch stressiger wird es, als wir bezahlen wollen und das mit der Kreditkarte nicht klappt, Saldo sei aufgebraucht. Hannes möchte neues Geld auf die Karte laden, das geht aber nicht, weil ich die Hauptkarte habe, aber kein Login dabei. So telefoniert er eine Stunde mit der Hotline, bis eine Lösung da ist. Was für eine Erleichterung!
Nach einer letzten Inselrunde schippern wir bei immer noch starkem Wind zurück. Nur ein paar Pinokilometer und wir sind wieder im Vanderheim und kochen Znacht. Es hat gut getan, zwei Tage fast nicht Velo zufahren, auszuruhen und die wundervollen Schären zu geniessen.
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