Stocken – Åstol, 69 km

Weil wir heute so viel vorhaben, starten wir schon kurz nach sieben. Es fühlt sich gut an, wieder auf dem Velo zu sitzen. Gut gelaunt radeln wir in den Tag und sind zum Znüni schon 30 km gestrampelt. Da darf es gerne Kaffee und Kardamomschnecke in schöner Umgebung sein.

Die Sonne scheint, wir sind so zufrieden und finden, es sei ein perfekter Tag.
Ich freue mich sehr, als wir eine Stunde später im Pilane Skulpturenpark ankommen. Hier stehen Kunstwerke in der Natur, welch perfekte Kombination!
«The head of Anna» ist für mich das Beeindruckenste und das Einzige, das bleibt, die Anderen wechseln jährlich.

Anna steht auf dem höchsten Punkt, von hier aus sieht man fast rings herum das Meer. Sie hat eine unglaubliche Ausstrahlung und Anziehung. Wir sitzen in ihrer Nähe auf den grossen Felsen und geniessen das. Auch die Sonne werde ich noch lange in Erinnerung behalten.

An anderen Werken kann ich fast emotionslos vorbei spazieren.
Der weitere Veloweg ist recht offroad und spannend, es geht auf schmalen Wegen durch Wälder, Wiesen und über Brückli.

Heute ruft die Kunst gleich zweimal und wir besuchen noch das Nordic Watercolor Museum. Es ist in einem schönen Bau direkt am und über dem Meer, mit herrlichem Blick auf die Schären, untergebracht.

Die Ausstellungen habe ich mir etwas anders vorgestellt. Es gibt auch Schönes, vielleicht bin ich aber einfach noch zu erfüllt von Anna.


Wir beschliessen, nicht den nächsten Camping zu nehmen, sondern noch ein bisschen zu radeln, wir wollen noch mit der Fähre von der Insel Työrn kommen. Als wir im Fährhafen stehen, merken wir, dass das nicht so einfach ist wie gedacht. Eine Frau sieht uns unsere Verzweiflung wohl an und spricht uns an. Wo wir hinwollen, gibt es keine Fähre . Sie macht uns noch auf Wassertaxis aufmerksam. Da kommt ihr Mann dazu und bietet uns an, uns mit seinem Boot zu fahren. Dieses ist aber auf einer anderen Insel und am Haus müssen unbedingt heute noch ein paar Sachen gemacht werden. Wie es genau dazu kam, können wir nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls sitzen wir kurze Zeit später mit ihnen in einer Fähre zur Insel Åstol. Dort haben sie ein Sommerhaus, das gerade ein neues Dach bekommt.
Sie laden uns ein, bei ihnen zu übernachten. Hannes hilft die Dachkonstruktion zu streichen, ich koche Tomatensuppe und danach essen und spazieren wir zusammen.

Es sind wunderbare, spannende Menschen. Beide 10 Jahre älter wie wir, weltoffen, kritisch und so hilfsbereit und gastfreundlich. Es passt alles irgendwie zusammen und wir nehmen dieses Geschenk dankbar an.