Göteborg – Vennerberg, 74 km

Nein, natürlich leider nicht, im Gegenteil. Aber wir haben heute so viel über den Wind «gechifflet», dass wir beschlossen haben, ihn aus Beziehungsschutzgründen zu ignorieren. Aber hier noch für alle, die nicht dabei waren: der Wind blässt den ganzen Tag sehr stark. Manchmal schiebt er uns, manchmal müssen wir gegen ihn arbeiten und oft trifft er irgendwie seitlich auf uns. Ich finde ihn sehr anstrengend. Das einzige Schöne, dass ich ihm abgewinnen kann, wenn er über die Gerstenfelder weht, die Grannenhaare des Getreide streichelt, sieht es aus, wie wenn eine Hand über einen Samtstoff streicht.
Nach einem feinen Zmorgenbuffet und einem falschen Feueralarm im Nobelhotel fahren wir weiter auf unserer Tour gen Süden. Wir waren im Hotel, weil es Nachts und am frühen Morgen geregnet hatte. Jetzt wird es freundlicher.
Die Gegend südlich von Göteborg ist eindeutig touristischer als bisherige. Velowege finden wir heute immer, was sehr angenehm ist. Entsprechend viele andere Velofahrende sind unterwegs.
Wir machen gemütliche Pausen, einmal in einem Bienencafé. Hier gibts viel Honig und man kann die Bienen beobachten.


Manchmal führt unser Weg direkt dem Meer entlang, dann vergessen wir sogar den Wind. Er macht den Tag für mich anstrengend und ich bin froh, als wir in unserem Airbnb ankommen.
Wir sind nahe dem Meer, in einer dünn besiedelten Gegend und ich erwarte ein ausgebautes Gartenhäuschen.
Wir kommen in einem Paradies an. Unser Häuschen ist sehr herzig und das wirklich wunderbare ist das angebaute Greenhaus. Ich dachte, etwas mit soooo viel Charme gibt es nur in Filmen oder Heftli. Die sympathischen Besitzer haben es aus alten Fenstern selber gebaut und es dient einerseits wirklich als Arbeitsort und andererseits natürlich dem Geniessen.



Wir kochen und essen hier und ich kann mich nicht satt sehen und bin so glücklich hier zu sein.
Während Hannes am Abend noch ans Meer hinunter spaziert, bleibe ich im Gewächshaus, schaue, rieche, sauge auf, bin im Hier und Jetzt.