Halmstad – Ängelholm, 65 km

Heute freue ich mich auf viel Küste und Sand. Wir rollen am morgen bei viel Sonnenschein und wenig Wind aus der Stadt. Das erste Ziel ist schnell erreicht, ein grosser Felsbrocken an einem einsamen Strand. Hier sind nur Locals am Spazieren. Während Hannes den grossen Stein ins rechte Licht rückt, beginne ich Muscheln zu sammeln. Es sind keine speziellen, aber das Sammel eine Art Urinstinkt, dem ich immer wieder verfalle.


Der Veloweg «Kattegattleden» ist genial, er führt uns durch viel verwunschenen Wald an einen richtig langen Strand, 10 km könnte man hier im Sand laufen. Es ist Montagmorgen und auch hier ist es recht einsam, uns solls recht sein. Auf dem Sand Velo zu fahren trauen wir uns dann doch nicht. So schiebt Hannes das Pino auf unserem langen Lauf mit.


Wir erwarteten, dass wir erschlagen würden von Beach life, Glaceständen und Strandbars. Als wir dann etwas Zmittag essen wollen, findet sich kaum ein Local. Als wir fündig werden, esse ich die beste Mahlzeit dieser Reise. Leider hatte ich dort im Moment keine Lust, den gebackenen Spitzkohl mit Miso und Kartoffeln zu fotographieren. Schade!
Nach dem Essen wartet eine Herausforderung, weil wir einer Halbinsel nicht entlang fahren wollen, müssen wir sie queren und einen Hügel bezwingen. Gestärkt und mit Respekt machen wir uns auf und es gelingt besser als erwartet.
Der Veloweg liegt auf einem alten Bahngleis und so ist die Steigung moderat und lang. Leider geht es danach lange einer stark befahrenen Strasse entlang, was viel Konzentation erfordert. Kurz bevor wir wieder am Meer sind, quert ein Fussgänger plötzlich ohne zu schauen die Strasse. Wenn ich nicht laut gerufen und Hannes so schnell ausgewichen wäre…..
Jetzt brauchen wir schnell Erholung und geniessen die Sicht von diesem Bänkli.

Und irgendwo auf der heutigen Strecke haben wir den zweitausendsten Kilometer zurück gelegt, das macht uns stolz! Unser Campingplatz ist nicht mehr weit, unser Zelt in null komma nichts aufgestellt und schon sind wir gemütlich am Kochen.


Wir wohnen ganz nahe am Strand und machen noch einen langen Abendspaziergang. Wieder staunen wir, wie wenige Menschen von dem riesigen Campingplatz da sind.
Es ist, wie ich es mir immer gewünscht habe, Füsse im Sand und Meeresrauschen im Ohr. Weil es so perfekt ist, bleiben wir, bis die Sonne um 22h im Meer versinkt. Dunkel wird es noch viel später, richtig dunkel gar nie.