Mulhouse – Montbéliard, 58 km

Plan A oder Plan B? Wir wissen es noch nicht, als wir am sehr frühen Morgen durch ein kaltes, leeres Zürich zum Bahnhof fahren. Im Zug nach Mulhouse tauchen wir nochmal tief in alle Wetterapps ein. Entweder wir fahren bis Mulhouse und von dort mit dem Pino Richtung Lyon oder falls das Wetter zu schlecht ist, mit dem Zug bis Belfort und schlafen dort. Beide finden wir, im Zweifelsfall lieber Velo fahren. Und so starten wir unsere Ferien in Mulhouse bei café au lait und pain au chocolat und fühlen uns schon wie tief in Frankreich.


Mit Sonnenschein radeln wir immer dem Kanal entlang auf dem Veloweg Euro Velo 6. Erstaunlicherweise ist es sehr abwechslungsreich.

Auffallend sind die vielen Fischreiher. Einmal landet Einer direkt neben unserem fahrenden Velo. Wir erschrecken alle drei, denn so nahe kommt man diesen Tieren sonst nie. Dummerweise wird auch das Wetter abwechslungsreich und immer wieder müssen wir vor dem Regen unterstehen, manchmal an ganz bequemen Orten.

Es hilft nichts, die Regenkleider müssen her. Aber da das Wetter so unentschlossen ist, finden wir einen Sonnenhoffnungsschlitz zum Picknicken.

Wir kauen noch den letzten Bissen und springen wieder in die Regenklufft. Es braucht ein bisschen was, damit uns das nicht zu sehr auf die Stimmung schlägt.
Da der Kanal nie direkt durch die Dörfer fliesst, finden wir kein Café und kochen unseren Kaffee in einem Unterstand selber. Dort treffen wir den Lebenskünstler und Auslandsschweizer Daniel. Er hat viel zu berichten von Land und Umgebung, kommt jeden Tag hier her um Reisende zu treffen und bietet ihnen Unterkunft bei sich an. Für uns ist es noch zu früh für einen Schlafplatz. Im Sonnenschein gehts weiter, wieder mit Unterstehen und Regenkleidern und so treffen wir am Abend recht müde in Montbéliard ein und geniessen die warme Dusche und das warme Bett.
Zum Znacht finden wir im unspektakulären Städtli das perfekte Restaurant. Es gibt eine kleine Karte, einen sympathischen Kellnerkoch und ganz viele Spiele. Trotz unserer Müdigkeit spielen auch wir vor und nach dem Essen und geniessen diesen tollen Abend.

Der Wermutstropfen, wir müssen im dichten Regen heimlaufen und kommen recht nass und glücklich im Hotel an.