Charleville-Mézières – Haybes, 61 km
Am Morgen verlassen wir die Stadt über den grossen Place Ducal.


Da bekommt Hannes die Nachricht, dass unser Nachtzug ab Amsterdam nicht fahren wird. So wählen wir sofort die angegebene Telefonnummer, wo man uns hilft umzubuchen und kommen in die endlose Warteschlaufe.

Nach einer Weile entscheiden wir weiterzufahren, ich mit Handy am Ohr. Pino sei dank habe ich ja die Hände frei. Es wird richtig nervig. Die Wartemusik macht mein Hirn heiss, zweimal werde ich aus der Leitung geworfen, nachdem ich endlich mit einem Menschen verbunden war und als mir endlich jemand ein neues Ticket schickt und wir schon erleichtert weiterfahren wollen, sehen wir im Mail, dass das Datum nicht stimmt. Sch….. Da hilft nur ein kräftiger Urschrei in die Wälder der Ardenne!
Also zurück auf Feld eins. Nach weiteren unendlichen Musikschlaufen haben wir ein Ticket für Sitze statt Betten und ein bisschen dünnere Nerven. Auch so kann ein Ferienmorgen vergehen.
Die Maas verlassen wir heute nie. Sie wird stetig breiter und das Tal enger und bergiger.

Viel Aufregendes passiert nicht mehr und das ist gut so. Friedlich fahren wir dem Fluss entlang, sind wohl in der Natur, überqueren immer wieder das Wasser, kommen durch hübsche und triste Dörfer. Das einzige, das ich vermisse, ist ab und zu ein Café, kann nur von den schwedischen träumen.

Unser Ziel, Haybes, wurde sicher mit KI auf der Tourismusseite so gelobt und toll verkauft, wie wenn es Unesco Weltkulturerbe wäre.

Als wir ankommen, finden wir zuerst kein Hotel, auch bitzli nervig, denn campen wollen wir heute Nacht wegen der tiefen Temperaturen nicht. In einem überteuerten B&B kommen wir zum Glück noch unter. Beim Spazieren durch den Ort, entpuppt er sich als völlig durchschnittlich, keine Ahnung woher KI ihre Info hatte.
Er erinnert uns etwas an England, wegen der vielen Backsteinhäuser. Und wie so oft in der Gegend gibt es grosse Denkmäler für die Gefallenen des ersten Weltkrieges.

Soeben berichtet mir meine Tante, dass mein Grossvater auch in Verdun gekämpft hat und plötzlich kommt alles noch näher.
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