Leuven – Bornem, 57 km
Bei nebligem Wetter verlassen wir Leuven einem Kanal entlang. Wir spüren die Nebeltröpfchen auf der Haut und bald auch die Regentropfen. Als alles Ignorieren nicht mehr hilft, stellen wir uns bei einem Baum unter, zum Glück nicht lange.

Während der Pinofahrten auf meinem tollen Vordersitz, komme ich oft ins Überlegen und eine Neugierde wird wach. Da ich nicht navigieren muss, stellen sich immer wieder Fragen dem Weg entlang, meistens keine hoch philosophischen, ganz praktische. Wieviele Liter Wasser trinkt eigentlich eine Kuh? Lebt der Pfau, den ich erspäht habe wild oder ist er ausgebückst? Was wird in dieser Fabrik hergestellt?
Neugierig sind wir auch, wo uns der Tag hinbringt, wir haben noch kein Tagesziel und keinen Übernachtungsort.
In Mechelen machen wir Halt. Weil diese kleine Stadt vor 500 Jahren einmal die Hauptstadt der Niederlande war, ist sie so prächtig und sehenswert. In der Stadt probieren ich mal zu navigieren und bin entsetzt, wie schlecht ich dass kann und gleichzeitig Hannes sehr dankbar, wie genial er es macht. Dank ihm finden wir zu allen wichtigen Orten.


Die schönen alten Zollhäuser sind sehr beeindruckend.

Hier wurde früher sämtliches Getreide, das auf dem Fluss vorbeikam, für drei Tage zum Verkauf angeboten und nur das Unverkaufte durfte weiter.
Witzig ist die Figur Opsinjoorke, das Maskottchen der Stadt. Man findet sie an einigen Orten in verschiedenen Grössen. Es handelt sich um eine Puppe, die stellvertretend für Trunkenbolde und prügelnde Ehemänner bei Umzügen in die Luft geworfen wird.


Wir ziehen weiter und wollen eigentlich irgendwo zelten, als es wieder zu regnen beginnt. Wir sind schon rechts und links von Wasser umgeben, schätzen es gar nicht jetzt auch noch von oben. Hannes ist immer sehr hoffnungsvoll, dass es bald aufhört und wir schnell wieder trocknen und er hat recht.
Zum Glück verpassen wir eine Abzweigung und finden uns plötzlich vor einem Eiscafé wieder.

Bei Cappuchino und Limoncelloglacé entscheiden wir, auf diesem nassen Boden nicht zu campen und finden ein B&B in einem ehemaligen Kloster. Was für ein Glücksgriff! Wir werden sehr nett empfangen und sind an einem stillen, sehr liebevoll eingerichteten Ort.

Zum Znacht gehen wir ins Culturcafé im Städtli, das uns empfohlen wurde. Mutig und neugierig bestellt Hannes vole-en-vent, obwohl die Kellnerin ihm nur sagen kann, es sei eine belgische Spezialität. Wir müssen schmunzeln, als ein Pastetli mit Poulet und dicker weisser Sauce und natürlich Pommes kommt.
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