Bornem – Gent, 74 km

In der guten Energie des ehemaligen Klosters haben wir bestens geschlafen. Am Morgen nehmen wir es gemütlich, schauen vom Bett aus in den grossen Klosterwald und direkt an eine riesige Zeder, fast wie daheim….
Das Frühstück ist vegetarisch und sehr liebevoll angerichtet, genau wie wir es mögen.
Hannes berechnet uns eine neue Strecke nach Gent, mutmasslich viel schöner. Dass sie fast doppet so lang ist, merken wir erst nach einer Weile, aber was sind schon 30 km mehr. Die Stecke ist vor allem an Anfang sehr abwechslungsreich.
Auch andere haben Hafenkräne als Kunstobjekte, nicht nur Zürich einen Sommer lang.

Der Weg ist für mich ein undurchschaubares Labyrint zwischen Seen, Flüssen und tausend Seitenarmen. Dreimal nehmen wir eine Fähre zum Übersetzen.

Zuerst denken wir, der Wasserpegel sei wegen des heissen Sommers so tief. Später erfahren wir, dass es an Ebbe und Flut liegt.

Unser Zmittag ist heute unschlagbar grässlich. Da weit und breit nichts Essbares in Sicht ist, freuen wir uns über eine kleine Bäckerei. Das Angebot ist speziell, ich verlasse sie mit Weissbrot, Eier- und Krabbensalat. Doch das tönt besser als es war. Gegessen haben wir Mayonnaisetunk und Brotscheiben, die sich nicht selber aufrecht halten konnten.
Der Nachmittag wird sehr warm, so warm, dass uns sogar für Kaffee zu heiss ist. Das Veloaufkommen auf den geteereten Wegen wird immer grösser. Erstaunlich viele Rennfahrer sind am Trainieren und wenn dich eine Horde überholt, denkst du es kommt ein Radio von hinten, so schnäderen die Mannen.

Dann kommt doch noch Gent in Sicht. Heute und morgen übernachten wir das erste Mal bei Leuten, die wir über die Veloplattform «warmshowers» angefragt haben. Auch wir hatten schon Veloreisende in Zürich zu Gast. Speziell ist, dass wir zu Leuten kommen, die auch ein Pino fahren. Wir sind natürlich ein bisschen nervös und freuen uns dann sehr, als zwei sympathische Menschen uns in ihr schmales vierstöckiges Haus bitten. Katrien und Jonas bekochen uns fein und wir tauschen einen Abend lang Pino- und Reisegeschichten aus.