Gent – Middelburg, 65 km

Mit den letzten Tipps ausgestattet, verlassen wir unsere sympathischen Hosts und Gent. Wir sitzen schon um 8h auf dem Velo und queren die Stadt. Touristen sind noch keine unterwegs, wir teilen uns die Velowege mit ganz vielen Schülerinnen und Menschen, die zur Arbeit fahren. Diese Mengen an Velofahrenden zu erleben, ist einmal mehr eindrücklich.
Jonas sagte uns am morgen noch, dass wir auf unserer Route an dem Ort vorbei kommen, wo die bekannten Biscoff Guetzli gebacken werden. Ich freue mich schon auf den Fabrikladen, Probiererli und evt einen Einblick in die Produktion. Doch ich lerne, dass ich nicht das erwarten kann, was Kambly und Kägifred bieten. Als wir im Ort Lembeke ankommen und bei der Fabrik vorbei fahren, hat es dort gar nichts, nicht einmal der angekündigte Duft nach Gewürzen liegt in der Luft. Ich bin enttäuscht, hatte mich zu früh und zu fest gefreut zu sehen, wo die Lotus Guetzli, die auch in Züich so oft neben dem Kaffee liegen, herkommen.
Also weiter im Sattel, haben wir heute doch ein gute Ziel, das Meer!
Es pedalt sich gut und irgendwann sind wir in Holland.

In Gedanken frage ich mich gerade, warum ich bis jetzt in Belgien und in Holland so wenig Blumen vor den Häusern gesehen habe und spüre, wie mir das fehlt, da kommt dieser liebevolle Stand in Sicht. Ich würde ihn am liesten leer kaufen und alle meine Freundinnen beschenken.

Der Wind wird stärker, manchmal fallen ein paar Regentropfen und wir erreichen die Küste. Mit der Fähre setzen wir nach Zeeland über.

Am Fährhafen finde ich es immer etwas aufregend, wie früher am Flughafen. Es ist keine lange Fahrt. Die Fussgänger- und Fahrradfähre sucht sich ihren Weg zwischen den Hochseefrachtern und schon sind wir in Vlissingen. Der Wind nimmt zu und obwohl wir im Schutz der Hafenmauer lunchen, wird unser Zmittag immer wieder vom Winde verweht.

Eine kleine Velotour durch Vlissingen bestätigt, was uns viele gesagt haben, schön ist der Ort nicht.(Sorry Pirmin!) Die Wetterapp sagt viel Regen in einer Stunde voraus. Weil wir lieber in Middelburg als in Vlissingen bei Regen in einem Hotel sein wollen, düsen wir noch dort hin.
Es reicht noch für eine Runde über den Markt und dann verkriechen wir uns im warmen Bett, während draussen der Regen rauscht.

Wie gut berechnet! Im Trockenen schlendern wir am Abend durch die hübschen kleinen Gassen und den Hafen, bevor es während dem Nachtessen wieder regnet.