Renesse – s‘-Gravenzande, 66 km

Mangels Tisch und Stuhl packen wir unser Zelt schon früh ein, fahren zu einem, gestern erspähten, Bänkli mit Meeressicht und kochen dort Zmorge. Einen schöneres Ort hätten wir nicht finden können.

Immer der Küste entlang geht es weiter nach Norden. Diese Fahrtrichtung war die richtige Entscheidung.


Vor Jahren haben wir einmal als Familie in Holland Veloferien gemacht und fuhren nach Süden, ich weiss noch genau, wie todmüde wir alle vom Kampf gegen den Wind waren.
Auch heute werden wir wieder von hinten angeschoben, einfach herrlich! Wenn der Weg kurz die Richtung ändert, spüren wir, wie es auch hätte sein können. Auch wenn ich ihn oft im Rücken habe, finde ich diesen ständigen Wind sehr anstrengend und ermüdend.
In einem chicen Restaurant gibts Kaffee und Kuchen und Hannes entdeckt, dass die Fähre, die wir nehmen wollten, seit ein paar Tagen nicht mehr fährt.

Genau zum richtigen Zeitpunkt gemerkt, von hier aus können wir noch umplanen, ohne retour fahren zu müssen. Also weg vom Küstenweg und quer über die Halbinsel. Auch einmal spannend, das Touristengebiet ganz zu verlassen. In den Dörfern müssen wir zum Teil Schlangenlinien fahren, so viele Autos parken auf dem Velostreifen. Und wir kommen ins Gebiet der endlos vielen Treibhäuser.

Hinter dem Glas erahnen wir Tomaten, Gurken, Rosen und Zimmerpflanzen. Kein erbaulicher Anblick, wenigstens sind die Arbeitsbedingungrn besser als in Spanien.
Der Kreis schliesst sich, wir sind wieder an der Maas und überqueren sie mit der postautogelben Fähre.

Als wir so übers Wasser fahren, gehen unsere Gedanken zu unseren Freunden Rita und Markus , die hier in der Nähe vor Jahren bei einem Schiffsunfall ums Leben kamen. Es hilft, zusammen darüber zu reden und alte Erinnerungen zu teilen.
Der weitere Weg führt uns an topmodernen Gebäuden vorbei und erneut zu einer Flutschutzanlge mit Museum.


Wir hatten nicht präsent, wie verheerend die Überschwemmungen Holland 1953 getroffen haben und was das Land seither alles dagegen unternommen hat.