Edam – Amsterdam, 40 km

Unser letzter Ferientag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück. Gemütlich wollen wir es heute nehmen, da erreicht uns die Nachricht, unser Nachtzug fahre nicht. So schnell verfliegt Gemütlichkeit und wird zu Ärger. Wieder hängen wir uns in die Warteschlaufe und hören eine Dreiviertelstunde lang die Melodie der ÖBB. Dabei hat man Zeit, sich die verrücktesten Szenarien auszudenken…..
Als wir dann endlich an der Reihe sind, gibt es ein Stück weit Entwarnung. Der Nightjet beginnt einfach erst in Köln um Mitternacht. Uns wird ein Zug am Nachmittag dorthin gebucht.
Das Ganze braucht jeweils viele Nerven, manchmal würde ich am Liebsten nie mehr Zug fahren.
Lust und Zeit fürs Käsemuseum in Edam habe ich jetzt nicht mehr. Auch sind in der Zwischenzeit die Tagestouristen eingetroffen, die verträumten Gassen voll geworden.

Velofahren ist immer eine gute Idee. So pedalen wir los, noch zwei Stopps wollen wir machen, bevor wir in Amsterdam den Zug nehmen.
Es fühlt sich so gut an. Innerlich beginne ich Abschied zu nehmen von diesem flachen Land, den netten Menschen, den herzigen Häusern, den zahlreichen Gewässern.
Wir passieren noch eine Stadt voller Leben, ohne Touristen und mit einer ganz speziellen Brücke.

Hier fühle ich mich sehr wohl und kann auf dem Markt auch noch einige Mitbringsel erstehen.
Hannes ortet auf der Karte kurz vor Amsterdam ein paar Windmühlen, an denen wollen wir vorbeiradeln. Von Menschenmassen stand nichts…. Wir finden uns in einer Art Hollandkitschdorf wieder und sind ganz schnell wieder weg.

Die Einfahrt in die Grossstadt vom Norden her ist sehr ländlich, fast gemütlich.

Und schon sitzen wir im ersten Zug und spüren, jetzt sind diese abwechslungsreichen, tollen, regenarmen Ferien definitiv zu Ende.

Plötzlich die Durchsage, dieser Zug halte heute nicht in Köln. Also wieder umsteigen und ganz fest probieren, die gute Laune nicht zu verlieren.

Jetzt grad sitzen wir am Fusse des Kölner Doms bei Vollmond und einem späten Znacht und warten darauf, dass es Mitternacht wird und unser Schlafwagen kommt.

Gestern stand auf einem Schaufenster folgendes Gedicht.

Es hat mich sehr tief berührt. Genau so möchte ich reisen! Einiges ist auf dieser Velotoure gelungen und ich möchte bald weiter üben.